"Keine Tram durch die Gleichmann- und Bäckerstraße!"
Liebe Pasingerinnen und Pasinger!
Es ist "fünf vor zwölf" im Thema "Verkehrskonzept Pasing", das der Münchner Stadtrat in wenigen Wochen endgültig verabschieden will und damit Baumaßnahmen in Millionenhöhe genehmigt, die Pasing zwar verändern werden - aber nicht wirklich verbessern.
Größter Kritikpunkt an dem aktuell gültigen Konzept, ist die Verlängerung der Tramlinie 19 in einer Schleife über die Bäckerstraße, Bahnhofsplatz und Gleichmannstraße. Sie stellt zwar möglicherweise für ein paar Fahrgäste eine kleine Erleichterung (ca. 200m zwischen Pasinger Marienplatz und Bahnhof) dar, verbaut jedoch den Pasingern selbst für die Zukunft die Chance auf eine echte Fußgängerzone.
Dieses ist nur ein Argument, das die Anwohner und Geschäftsleute im Pasinger Zentrum anführen und sich vehement gegen das aktuelle "Verkehrskonzept Pasing" wehren. Schließlich werden mit der Baumaßnahme in 2-stelliger Millionenhöhe Tatsachen geschaffen, die keiner wollte, die andere Verkehrskonzepte wie z.B. die U-Bahn nach Pasing im wahrsten Sinne des Wortes "verbauen" und ...
... die im Haushaltsbuch der Stadt München glauben machen, die Stadt hätte so viel für unser Pasing getan. Soviel, dass für Maßnahmen wie eine Nordumgehung (wie die Pasinger sie bauen würden), einen Paul-Gerhard-Tunnel (der u.a. Wohngebiete beruhigt) oder eine U-Bahn (die tatsächlich Lücken im öffentlichen Verkehrsnetz schließt) in den nächsten Jahrzehnten kein Geld zur Verfügung stehen wird.
Wir, die Interessensgemeinschaft "Einkaufsstadt Pasing", möchten jetzt mit einer Unterschriftenaktion verhindern, dass der Münchner Stadtrat diese unausgereiften Pläne beschließt. Sollte die Aktion scheitern, können schon bald Bagger & Co. in Pasing einrollen und das Pasinger Zentrum für etwa ein Jahr in eine riesige Baustelle verwandeln. Schutz- und Lärmbelästigungen für 10 bis 12 Monate werden Kunden vertreiben und von den wenigen Einzelhandelsgeschäften werden manche die Bauzeit nicht überstehen.
“Bürger werden nicht gehört”

- Francesco Ansini in seinem Laden Brille & Optik
Francesco Ansini über die Pläne für das Pasinger Zentrum Interview im Werbe-Spiegel
Die Planungen für das neue Pasinger Zentrum nehmen Gestalt an. Durch den Neubau der Nordumgehung Pasing (NUP) soll es künftig erheblich vom Verkehr entlastet werden, die Trambahnlinie 19 zur besseren Anbindung bis zum Bahnhof Pasing verlängert werden. Francesco Ansini, Inhaber von Brille & Optik (Gleichmannstr. 5a) ist von diesen Plänen ganz und gar nicht begeistert.
Werbe-Spiegel: Was stört Sie an den Plänen?
Francesco Ansini: Beispielsweise die Tramverlängerung. Die Schienen kosten die Steuerzahler nur Geld und sind meines Erachtens nicht notwendig. Ohne die Tram sind Gleichmann- und Bäckerstraße viel besser zu entwickeln! Man könnte zum Beispiel eine Fußgängerzone einrichten, dann gäbe es eine ganz andere Qualität an Geschäften und eine größere Vielfalt...
Die Interessengemeinschaft "Einkaufsstadt Pasing" sammelt Unterschriften gegen die Tramverlängerung...
Über 4000 Leute haben schon unterschrieben, dennoch wird über die Köpfe hinweg entschieden... Erstaunlich, wie sehr Christian Ude die Bürger gegen den Transrapid mobilisieren will. Die Pasinger Bürger hingegen werden überhaupt nicht gehört! Die Anwohner konnten sich nie wirklich einbringen, im Gegenteil: Über ihre Meinung wurde geringschätzig hinweggegangen...
Auch die Pläne für die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes stören Sie. Warum?
Der Pasinger Bahnhof ist der drittgrößte Bahnhof Bayerns. Dennoch sind nur fünf Taxistellplätze geplant. Das ist doch ein Witz! Als Otto Normalverbraucher habe ich keine Möglichkeit hinzufahren und zu halten – was sind das für Planungen?
Wie sollten die Pläne ihrer Meinung nach aussehen?
Tram und Busse raus aus der Gleichmannstraße! Die Busse sollen über die Nordumgehung fahren, wie der übrige Verkehr auch. Dann gäbe es ein verkehrsberuhigtes Zentrum! Natürlich ist das eine schwierige Aufgabe für die Stadtplaner, aber dafür gibt es sie ja! Außerdem fehlt in den jetzigen Planungen ein Radweg vom Pasinger Marienplatz zur Offenbachstraße.
Wenn ich’s verkehrsberuhigt haben will, brauche ich Radwege...
Die momentanen Planungen sind meiner Meinung nach noch nicht ausgegoren.
Glauben Sie, dass sich die Pläne jetzt noch ändern lassen?
Ich hoffe sehr, dass wir noch etwas erreichen können und Oberbürgermeister Ude die Meinung von 4000 Menschen nicht einfach übergeht.
Interview + Foto: ls
"Pasing darf nicht auf der Strecke bleiben ..."
Mit über 5.000 Unterschriften unterstützt die Pasinger Bevölkerung den Kampf der Interessengemeinschaft "Einkaufsstadt Pasing" gegen die geplante Tramverlängerung durch Pasings Zentrum.
Auf seinem "Münchner Stadtrundgang" besuchte Christopher Griebel den Sprecher der Einkaufsstadt Pasig, Adrian Schneider. Sehen und hören Sie dieses Interview von münchen.tv.
Erfahren Sie, ...
...warum sich die Pasinger Geschäftswelt, die Anwohner der Bäcker- und Gleichmannstraße und die Mehrheit der Kunden gegen die Pläne der Stadt München mit allen Mitteln wehrt.
... warum der von der Stadt München veranstaltete Workshop zur Verkehrsplanung des Pasinger Zentrums von den Betroffenen als Alibiveranstaltung nach dem Motto "Wir haben die Pasinger doch mitreden lassen" verstanden wurde.
Wenn schon Rotstift, dann hier!
NEIN ! - Pasing darf nicht mit einer Alibi-Aktion wie dieser Tramschleife abgespeißt werden und sich damit zukunftsträchtige Chancen wie eine Fußgängerzone verbauen lassen. Und ...
JA ! - Pasing muss nach 40-jähriger Warteschleife endlich mit einem schlüssigen Verkehrskonzept wieder die Attraktivität bekommen, auf die wir einmal stolz sein konnten. Darum ...
Helfen Sie jetzt mit. Danke !
Unterschriftenaktion gegen Tramverlängerung
Wenn Sie verhindern möchten, dass der Münchner Stadtrat das zur Entscheidung stehende "Verkehrskonzept Pasing" in seiner jetzigen Version verabschiedet, unterschreiben Sie bitte auf einer Unterschriftenliste, die in vielen Pasinger Geschäften ausliegt.
Aktuell sind es über 5.000 Unterschriften
(Stand Sommer 2007 - und es werden mehr)
Wenn Sie in Ihrem Umfeld weitere Personen kennen, die diese Aktion unterstützen möchten, können Sie eine entsprechende Liste als PDF-Datei hier ausdrucken und z.B. am Obststand Adrian Schneider in der Gleichmannstraße oder bei Brille & Optik auch in der Gleichmannstraße oder in der Redaktion des Online-Magazins "pasinger.de" abgeben.
Die unbeschreibliche Tramschleife in Pasing

- Helmut Winter und seine Frau bei der Bürgerversammlung in Pasing am 3. Mai 2007
Der weltberühmte Knödelschütz und Zeitzeuge Helmut Winter kommentiert die fast 40-jährige Verkehrsplanung in Pasing.
Pasing ist das westliche Eingangstor der Großstadt München und besteht aus 10 (zehn!) sehr stark frequentierten Straßenkreuzungen. Die geduldigen Pasinger Bürger beklagen sich seit nunmehr vierzig Jahren über die stadtplanerischen Fehlplanungen ihrer "Stiefmutter", der Landeshauptstadt München. Im Jahre 1969 zeigte der damalige Oberbürgermeister von München, Dr. Hans Jochen Vogel, Verständnis für das Anliegen der Pasinger und forcierte eine entsprechende Entlastungsplanung.
1972 eröffnete dann Dr. H.J. Vogels Nachfolger, Georg Kronawitter, der neue Oberbürgermeister von München, im Pasinger Rathaus eine Ausstellung mit neuen, interessanten Planungsunterlagen für das künftige Pasing. Eine, in mühsamer Arbeit mit vielen Recherchen und Überlegungen zusammengestellte Planung zur Sanierung des Zentrums von Pasing, eindrucksvolle Modelle, riesige Planzeichnungen und Blaupausen, mit vielen erläuternden Beschriftungen versehen, kommentiert mit fachlich fundierten Sätzen von kompetenten Mitgliedern des Baureferates. Staunend stand der Oberbürgermeister Georg Kronawitter vor der geballten Schaffenskraft seiner neuen Mitarbeiter. Es wurden Reden geschwungen, man traf sich am kalten Buffet, und man beklatschte sich ausgiebig. Die Pasinger Bürger hatten endlich diskutable Vorschläge für die Umgehungsstraße und bekamen in der Gleichmann- und Bäckerstraße eine Fußgängerzone, bis zum Pasinger Marienplatz.
Aber bevor 1978 der erste Spatenstich erfolgen konnte, waren in München Wahlen angesagt. Zusammen mit dem nun scheidenden Oberbürgermeister Georg Kronawitter, verschwanden auch diese hoffnungsvollen Pläne zur Sanierung von Pasing in einer Schublade. In einem der städtischen Bauhöfe, wie man hier in München vornehm eine Müllkippe umschreibt, müssen die Pläne aus einem entsorgten Beamtenschreibtisch einem städtischen Arbeiter aufgefallen und diensteifrig im Rathaus abgeliefert worden sein, womit sie, dem amtlichen Dienstweg folgende, wieder in das Planungsreferat gelangt sein müssen. Pflichtbewusst, wie unsere Beamten nun einmal sind, muss dort ein eifriger Staatsdiener diese ganzen Pläne mühsam überarbeitet, farbig koloriert und in Druck gegeben haben. Wie auch immer, es tauchten im Jahre 1998 diese Planungen vierfarbig auf teurem Kunstdruckpapier und hochglanzgebunden wieder auf.
Es ist doch schön, dass es immer wieder solche Wunder gibt und die Pasinger wieder hoffen durften. Bei genauerem Studium der mittlerweile fabrig gestalteten Stadtpläne von Pasing, waren da anstelle der Fußgängerzonen (Gleichmann-, Kafler- und Bäckerstraße) plötzlich Trambahnschienen (!) eingezeichnet.
Da muss wohl Nockherberg oder Faschingszeit gewesen sein, als diese "geniale" Idee zur Reife gelangte. Welch dunkle Mächte mögen da wohl aus dem Hintergrund gewirkt haben oder wollte man gar diesen verstockten Pasinger CSU-Wählern eins auswischen? Die sollen doch endlich mal die SPD wählen, vielleicht tauchen dann die ursprünglichen Planungen wieder auf und es ist nicht mehr von völlig überflüssigen "Fußgängerzonen" in Pasing die Rede.
Der derzeitige Oberbürgermeister Christian Ude, ist schon mit sich einig nach der Wahl im Jahre 2008, wieder das Amt des Oberbürgermeisters zu übernehmen. Wenn er schon in seiner Amtszeit die Umgehungsstraße gebaut haben will, warum liegen dann nicht gleich die Trambahnschienen für die Linie 19 auf dieser neuen Umgehungsstraße, die ja direkt zum Pasinger Bahnhof führt, und nicht erst über den Umweg der beruhigten Landsberger-, Bäcker- Kafler- und Gleichmannstraße? Es gab und es gibt Trambahnzüge, bei denen der Schaffner den Führerstand wechselt, um nicht eine Schleife fahren zu müssen. Oder sollte er vernünftigerweise nicht gleich mit dieser Linie 19 das übervölkerte Westkreuz bedienen? Übrigens befinden sich auch dort ein Bahnhof und reichlich Platz für eine Umkehrschleife.
Das Wesentliche ist nicht nur eine möglicherweise gute Lösung einer Aufgabe zu haben, sondern diese auch zu Ende zu denken. Aber die Stadt München hat das schon 1969 verschlafen, sonst wäre sogar eine Untertunnelung von Pasing nicht nur realisiert, sondern längst bezahlt. Nun aber ist das Geld in Planungen und Fehlplanungen verplempert worden und für den Rest des Geldes ist eine Trambahnschleife an einer Stelle geplant, die schon jetzt unter ständigem Stau leidet. Aber die Bürger in Pasing werden sich zu wehren wissen.
» Ziehen Sie sich schon mal warm an Herr Oberbürgermeister ! «
Mit großem Interesse habe ich am 5. Mai bei der Bürgerversammlung die Ausführungen von Frau Lindner-Schädlich von der Stadt München verfolgt. Da war doch hauptsächlich von einem neuen Einkaufszentrum mit dreistöckigen Gebäuden die Rede, aber kaum von der seit dem Jahre 1969 geplanten Nordumgehung für Pasing. Somit musste bei mir zwangsläufig der Eindruck entstehen, dass die geforderte Nordumgehung lediglich ein Abfallprodukt dieses gigantischen Einkaufzentrums ist und im Wesentlichen nur der notwendigen Zu- und Abfahrten für die Baufahrzeuge dient und am Pasinger Bahnhof endet. Werden da die Autos mit Autozügen weiterbefördert?
Helmut G.R. Winter
Pläne der Stadt München von 1969
In der Planung des Jahres 1969 des Bauamtes der Landeshauptstadt München war, wie im unten stehenden Ausschnitt des Originalplans eine ganz andere Tramschleife vorgesehen. Die Linie 19 sollte von der Landsberger Straße in die Rathausgasse einbiegen, weiter über den Knipscher-Parkplatz direkt am Pasinger Bahnhof umkehren und wieder über die Rathausgasse in die Landsberger Straße einbiegen. »Eine vernünftige Lösung, die weder den Pasinger Kern, noch die großzügig geplante Fußgängerzone (grün im Plan) beeinträchtigt.« so Helmut Winter, der in seinem umfangreichen Fundus zur Jahrzehnte lange Tramgeschichte in Pasing diese (fast) vergessene Variante der Stadtplaner wieder entdeckt hat.
Ob die - in der Tat sehr großzügige - Fußgängerzone sich heute (fast 40 Jahre später) noch realisieren würde, kann ebenso kontrovers diskutiert werden, wie die hier dargestellte Tramschleife.

- Pläne der Stadt München von 1969 zur Tramführung durch Pasing (von Helmut G.R. Winter)





